KSV Ispringen 1906 e. V.

KSV Ispringen glaubt fest an historische DMM-Chance

– aus Pforzheimer Zeitung –

Schwer, aber nicht unlösbar, sieht der KSV-Coach die Aufgabe gegen Weingarten.

Schwer, aber nicht unlösbar, sieht der KSV-Coach die Aufgabe gegen Weingarten.

Das ist allerbeste Werbung für die Stadt Pforzheim, die sich so gerne Sportstadt nennt. Die Bertha-Benz-Sporthalle wird am Samstag vermutlich zum ersten Mal seit ihrer Einweihung im Juni 2015 bei einer Sportveranstaltung voll sein (Fassungsvermögen 2300 Zuschauer). Ab 19.30 Uhr stehen sich im Final-Rückkampf um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft (DMM) im Ringen der KSV Ispringen und der SV Germania Weingarten gegenüber.

Nach dem 13:9-Erfolg im Hinkampf vor einer Woche geht Weingarten als Favorit auf die Matte. Der Champion von 2011 und 2012 will endlich den dritten Titel, nachdem man zuletzt dreimal in Folge im Finale gegen den ASV Nendingen den Kürzeren gezogen hat.

Doch Ispringen, das dank der finanziellen Unterstützung von Mäzen Werner Koch kometenhaft nach oben schoss und deshalb auch TSG Hoffenheim der Ringer-Bundesliga genannt wird, glaubt an seine historische Chance. „Die vier Zähler können wir wettmachen“, sagt der stets optimistische Werner Koch. „Wir gehen befreit und locker ins Finale und geben Vollgas. Es wird schwer, aber unsere Aufgabe ist nicht unlösbar“, verspricht Ispringens Trainer Bernd Reichenbach. Und Marcel Ewald, der mehrfache deutsche Meister und Ex-Weingartener im Dress der Ispringer Ringer, meint kämpferisch: „Wir geben 120 Prozent. Es ist noch gar nichts entschieden. Finals und Derbys haben eigene Gesetze.“

Die Zuversicht der starken Enzkreis-Riege hat Gründe. Durch den Stilartwechsel in vier Gewichtskategorien glauben Experten, einen Vorteil für Ispringen im Vergleich zum Hinkampf zu erkennen. In der Tat hat Bernd Reichenbach mit Superschwergewichtler Nick Matuhin (130 Kilo, Freistil), dem Esten Ardo Arusaar (98 Kilo, griechisch-römisch) und dem Rumänen Ivan Guidea (61 Kilo, Freistil) einige Trümpfe in der Hinterhand, die das Pendel am Ende Richtung Ispringen ausschlagen lassen könnten. Hinzu kommen Zakarias Berg (86 Kilo, griechisch-römisch) und Kakhaber Khubezthy (75 Kilo, Freistil), die beide im Hinkampf dreifach punkteten.

Bernd Reichenbach lässt sich im Aufstellungspoker – wie immer – nicht in die Karten schauen. Ob Konstantin Schneider (75 Kilo, griechisch-römisch) auf der Matte stehen wird, ist fraglich. Im Hinkampf biss der 42-jährige Routinier trotz ausgekugelter Schulter gegen Weingartens Weltmeister Frank Stäbler auf die Zähne und vermied damit eine 0:4-Niederlage. Für Schneider könnten Fabian Fritz oder Igor Besleaga zum Einsatz kommen. Weingarten hat auf jeden Fall Respekt, wie die Aussage von Trainer Frank Heinzelbecker zeigt: „Wir müssen an die Grenzen gehen.“ Martin Mildenberger